Inspiration

Acrylmalerei: Das Tate AXA ART Modern Paints-Projekt (TAAMPP)

Das Tate AXA ART Modern Paints Project (TAAMPP) wurde von 2006 bis 2009 mit dem AXA ART Forschungsstipendium unterstützt. Damit wurden wegweisende Forschungsarbeiten im Bereich der Konservierung von Kunstwerken möglich. Das Projekt zeigt neue Wege auf, um die Aufbewahrung von Acrylbildern bereits im Vorfeld erster Alterungserscheinungen zu optimieren.

Bis dahin gab es für diese Art von Gemälden nur wenige Konservierungstechniken und kaum Erkenntnisse über deren Langzeitwirkung. Das TAAMP-Projekt trug entscheidend zur Lösung des Problems bei: Die Auswirkungen der unterschiedlichen Reinigungstechniken auf Acrylbilder konnten nunmehr quantifiziert, die kurz- und langfristigen Folgen von Oberflächenbehandlungen dokumentiert werden.

Geleitet wurde das dreijährige Projekt von Dr. Bronwyn Ormsby, Senior Conservation Scientist bei Tate, und Dr. Elina Kampasakali, AXA ART Research Fellow am Institut für Konservierungswissenschaft in Millbank.

Die Oberflächen von fünf Bildern der Tate-Sammlung wurden gereinigt und die angewandten Verfahren wissenschaftlich ausgewertet. Die Experten starteten mit Untitled 2/72 (1972) von Jeremy Moon, es folgten Andy Warhols Portrait of Brooke Hayward (1973), Andromeda (1962), ein Werk des russisch-amerikanischen Herausgebers, Malers und Bildhauers Alexander Liberman, und John Hoylands 25.4.69.
Gegenstand der letzten Fallstudie war das Werk Painting with Three Spots, One Blue and Two Yellow (T01538) des britischen Künstlers Bernard Cohen (Jahrgang 1933), das 1970 entstand und 1972 verkauft wurde. Cohen schuf seine Punktgemälde, indem er farbige Punkte aus Acrylfarbe auf die Leinwand aufsprühte, mit weißer Dispersionsfarbe übermalte und dieses Verfahren mehrmals wiederholte. In dieser Periode benutzte er Bocour-Farben. Von einer Grundierung sah er ab. Vielmehr bevorzugte er eine Farbe in Titanweiß-Qualität, die ihm mehr Flexibilität und bessere Oberflächeneigenschaften bot.

Im Rahmen des Projekts sind mehrere internationale Veröffentlichungen, Präsentationen und Workshops entstanden. Sie haben die Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und Debatten in der Fachwelt ausgelöst. Im Jahr 2010 erhielt das TAAMP-Projekt eine renommierte Auszeichnung, den Award for Research and Innovation in Conservation des Anna Plowden Trusts. Dieser Preis wird alljährlich für abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekte vergeben, die den Wissensstand in Sachen Kunstkonservierung erweitern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.tate.org.uk

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